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Gründe, warum Mann Freimaurer werden kann

Auswahl
qimono (CC0), Pixabay

Der Titel leuchtet ein, geht es bei der Freimaurerei niemals um ein MUSS, sondern viel eher um ein
DARF, eine Ehre, eine Aufgabe, ein Ziel, welcher Mann sich und sein Leben widmen möchte.
Dabei geht es keineswegs um Aufopferung, vielmehr um Arbeit, gemeinsame Arbeit an der
Selbstverbesserung, Selbstverschönerung.

Was ist meine Bestimmung?

Wenn ein Mann sich die Frage stellt „Was ist meine
Bestimmung?“ sei es durch die Reflexion über höhere Mächte und Kräfte, sei es durch die Diskussion
mit einem guten Freund, sei es durch Traum, oder Ziellosigkeit in einem möglicherweise steinigen
Abschnitt seines Lebensweges, dann zeigt seine Frage das Interesse, möglicherweise sogar die
Fähigkeit, für die Suche nach einem höheren Ziel, als es Ihm die öffentliche, profane Gesellschaft
abverlangt.

Den einen Grund, Freimaurer zu werden, gibt es nicht

Die Gründe selbst können sehr vielfältig, von unterschiedlicher Wichtigkeit für den Mann und sehr
individuell sein. So findet ein Mann beispielsweise den Weg in die Freimaurerei, auf der Suche nach
Rückhalt, nach Brüderlichkeit, nach Freundschaft.
Ein anderer Mann findet vor Allem den Weg in die Freimaurerei durch ein verstärktes Interesse, sich
in der Lehre der Menschenrechte, Aufklärung, Gleichheit, der Toleranz, der Moral und der Tugend
sowohl weiterzubilden, sich jedoch ebenso für eben diese Werte einzusetzen und sie zu verteidigen.
Hierbei soll die Fortbildung, die Erhöhung des eigenen Verstandes, im Mittelpunkt stehen und durch
den gemeinsamen Austausch zu einer Bereicherung aller Brüder führen.
Ebenso ist ein wesentlicher Grund für so manchen Mann, die zuvor erwähnte Suche nach der
eigenen Bestimmung, nach der Bestimmung des Menschen selbst. Die Frage, „Was ist der große
Zweck unseres Lebens, der dem Menschen und seinem Tun erst die rechte Würde und Weihe
verleiht?“, ergo, welche Aufgabe rechtfertigt unser Dasein auf dieser Welt? Der Suchende sollte mit
vielen guten Fragen, aber ebenso mit Erfahrungen und Wissen aufwarten, denn die gemeinsame
Arbeit lebt gerade von Vielfalt, Austausch und tiefgreifenden Gesprächen, kontrovers und brisant
ohne Streit.

Die Entscheidung kommt von innen

Wenn also ein Mann den Weg in die Freimaurerei sucht und dabei in der Lage ist für sich selbst und
NUR für sich selbst, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen, dann sollte dieser
Mann für sich selbst zu sprechen und zu handeln vermögen. Dies beschreibt ebenso einen Grund,
den Weg in die Freimaurerei zu suchen: Gehör zu finden. Die Gedanken, die Meinung, die Ideen und
Schöpfungen eines jeden Mannes finden im Rahmen der Loge Platz und Anklang. Der brüderliche
Zusammenhalt schafft einen Platz für Themen, die im Rahmen eines „Kneipenabends voll Geselligkeit
und Männlichkeit“ wohl wenig Gehör finden würden. Auch ist Platz für individuelle Probleme, was
abermals den Grund des Rückhalts betonen sollte.

Es geht bei all den Gründen jedoch niemals um eine Entscheidung, die ein Mann nicht für sich selbst
trifft. Er soll aus freien Stücken, aus freien Gedanken und aus freier Überzeugung heraus und vor
Allem für sich selbst, die Entscheidung treffen. Nicht um Andere zu beeindrucken oder sich gar über
diese zu stellen. Die Freimaurerei lebt durch die Brüder und durch ihr Wissen, nicht durch Glanz und
Gloria einer Elitären Gesellschaft.

Wir wandeln auf dem Pfad großer Männer vor uns

Ein weiterer Grund könnte geschichtliches Interesse sein. Die Freimaurerische Lehre ist sehr alt. Zu ihren „berühmten Mitgliedern der Geschichte“ zählen Dichter, Musiker und Denker wie Johann Wolfgang von Goethe, Wolfgang Amadeus Mozart, Louis Armstrong, Kurt Tucholsky, Winston Churchill, Mark Twain, Oskar Wilde und viele mehr. Die Freimaurerei beschäftigt sich sehr stark mit der Vergangenheit, jedoch nicht unter einem rein retrospektiven Aspekt, sondern viel mehr unter einem prospektiven Lehransatz, in dessen Verwirklichung alte Weisheit mit neuem und aktuellen Kontext in Einklang gebracht werden soll, um gemeinsam eine aufgeklärte, offene Zukunft zu formen.

Wenn man also dem Mann noch einen Gedanken auf den Weg geben darf dann diesen:

Was machst du an der Welt? Sie ist schon gemacht.
Der Herr der Schöpfung hat alles bedacht.
Dein Los ist gefallen; verfolge die Weise!
Der Weg ist begonnen; vollende die Reise!
Denn Sorgen und Kummer verändern es nicht.
Sie schleudern dich ewig aus gleichem Gewicht.
– Johann Wolfgang von Goethe

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